Gemeinsammer Rückblick mit der Stadt Baunatal und Vortrag von Günther Pöpperl für dem Heimatverein
Am 15. November 2017 im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses Baunatal - 60 Jahre Volkswagenwerk in der Stadt Baunatal
Gäste - Werkmanagement und Betriebsrat ...(KLICK auf die Bilder zur Vergrößerung)

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Am 5. Oktober 1957 unterzeichneten Vertreter der ehemaligen Firma Henschel &Sohn und Volkswagen den Grundstückskaufvertrag für den Aufbau des VW-Werks in Altenbauna, der die gesamte Region nachhaltig verändern hat.
Erste Gerüchte gab es 1956 : Auf der 38. IAA in Frankfurt erklärte VW-Generaldirektor Prof. Dr. Heinrich Nordhoff auf Fragen von Jormalisten,daß für die Ersatzteilefertigung ein Zweigwerk außerhalb von Wolfsburg, Hannover oder Braunschweig errichtet werden soll und beabsichtigt ist, daß Henschel-Werk in Altenbauna zu erwerben.
Für das über eine Millionen Quadratmeter große Gelände und für Sanierung und Instandsetzung der Flächen gibt der VW-Aufsichtsrat 1957/58 über 20 Millionen DM für die bewilligung frei.
Unter der Führung des ersten Werkleiters, Rudolf Leidig und Personalleiter Franz Kutsche nahmen die ersten 28 Beschäftigten am 2. Juli 1958 ihre Arbeit im VW-Werk in Altenbauna auf. Das Werk wuchs stetig, die vielen Arbeiter steigerten die Nachfrage nach Wohnungen und Bauplätzen. Durch die Umsiedlung von Landwirten konnten Bauplätze geschaffen werden. Dennoch waren die Folgen riesig und die Gemeinde Altenbauna arbeitete mit den Nachbargemeinden zusammen. So gründete sich 1964 die Gemeinde Baunatal aus Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna. Gemeinsam konnte für die vielen zugezogenen Familien die Infrastruktur verbessert, Freizeiteinrichtungen gebaut und Sportanlagen eingerichtet werden. Bis heute ist das Volkswagen Werk der wichtigste Arbeitgeber in Baunatal und der gesamten Region.

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Foto-1-Aufbaujahre 1958 -1959: Nach der teilweisen Instandsetzung zerstörter Hallen des ehemaligen Rüstungsbetriebes Henschel Flugmotorenbau GmbH und der Installation neuer und der Verlagerung von Fertigungseinrichtungen aus Wolfsburg konnte am 23. Juni 1958 offiziell mit der Aggregate-Aufbereitung begonnen werden. Die Personalabteilung begann schon vorher mit der Einstellung der ersten Mitarbeiter, darunter der auf dem Foto abgebildete Adam Ritze. Verantwortlich für das Werk in Altenbauna ab 1958: Werkleiter Rudolf Leiding, Vorsitzender des Betriebsrates Peter Stroh und Personalleiter Franz Kutsche. Während der Bauarbeiten musste von 1957 - 1959 auf dem gesamten Gelände nach Bombenblindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht werden. Der damalige Personalleiter Franz Kutsche berichtete 2004 bei einer Ausstellung der Geschichtswerkstatt, dass seine Arbeit mit der Stammnummer 40001 und insgesamt 28 Mitarbeitern begonnen hatte. Überwiegend Männer für den Werkschutz, aber auch drei Personen vom ehemaligen Henschel Werk: einen Installateur, einen Elektriker und den Hausmeister, die das Areal genau kannten.

Foto-2-Aufbaujahre 1959 - 1960: Mit der Entscheidung des VW-Werkes Anfang 1959 eine neue große Werkshalle (Halle 1) zu bauen, begann eine stürmische Aufbauphase. Auf der größten Baustelle Europas arbeiteten bis zu 1.700 Bauarbeiter. Am 01. Oktober 1960 konnte die Halle 1 für den Werkzeugbau, die Härterei, die Gießerei und den Getriebebau in Betrieb genommen werden. Bereits 1960 erfolgte der Baubeginn der Halle 4 und nach der Fertigstellung im Juli 1961 der Umzug der Aggregate-Aufbereitung aus der alten Henschel-Halle. Am 31.12.1960 arbeiteten bereits 6.100 Menschen im VW-Werk.

Foto-3-Aufbaujahre 1961 - 1965: In der Halle 4 begann 1961 die Lehrlingsausbildung und später in einem Anbau die Aus- und Weiterbildung für alle Beschäftigten im Coaching Center. Die Energieversorgung des Werkes wurde durch die Fertigstellung des neuen Kraftwerkes verbessert, das im Dezember 1961endgültig den Betrieb aufnehmen konnte. Für die zahlreichen Pendler entstand 1961 das VW-Ledigenheim, das von Hausmeistern überwacht wurde, die dem Werkssicherheitsdienst zugeordnet waren. Ende 1963 arbeiteten fast 10.000 Menschen im Werk.

Foto-4-Aufbaujahre 1965 - 1969: Die größte Produktionshalle, die Halle 2, entstand von 1963- 1965. Dort zogen das Großpresswerk, der Werkzeugbau und die Blechbearbeitungs-Abteilungen ein. Das obige Foto aus dem Jahr 1965 zeigt die Teilnehmer der gemeinsamen Sitzung des Geschäftsführenden Betriebsrates mit dem Sprecher der IG Metall Mitglieder im VW-Werk Karl-Heinz Mihr.
Von links nach rechts: Heinrich Tornow, Heinz Jeromin, Heinz Voss, Peter Stroh, Karl-Heinz Mihr , Heinrich Uthof, Rudolf Illig, Karl Andreas. Der Aufbau des Werkes ging 1966 mit dem Neubau der Gießerei weiter. Die Ansiedlung des VW-Werkes stellte die vor allem die Gemeinde Altenbauna vor riesige Aufgaben. Neben dem Wohnungs- und Straßenbau mussten auch die notwendigen Gemeinschaftseinrichtungen für die schnell wachsende Bevölkerung geschaffen werden. So kam es am 01. Januar 1964 zum Zusammenschluss der Dörfer Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna. Am 01. Juli 1966 folgte ein weiterer Zusammenschluss mit der Gemeinde Großenritte zur Stadt Baunatal mit der Verleihung der Stadtrechte. 1967 erforderte eine Absatzkrise in der Automobilindustrie die erste Anordnung von Kurzarbeit. Mit dem Tod von Generaldirektor Prof. Heinrich Nordhoff im April 1968 ging die Nachkriegs-Ära des VW-Werkes zu Ende.

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